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Wie du am besten eine Sprache lernst?

Sprache aufsaugen

14.04.2022

Fällt es dir schwer, eine neue Sprache zu lernen? Oder probierst du es gar nicht erst, weil es dir schon in der Schule schwer gefallen ist? Vielleicht hast du mal gehört, dass es sprachbegabte Menschen gibt und du gehörst nicht dazu?! Fühlst du dich zu alt, um eine Sprache zu lernen? Oder erzählst du dir, dass deine Lieblingssprache schwierig zu erlernen ist?

Das sind die häufigsten Gründe, warum viele Menschen gar nicht erst anfangen, eine Sprache zu erlernen bzw. es nicht durchziehen. Wie bei jedem Lernprojekt hängt der Erfolg von der Lust hab, zu lernen und die ist bekanntlich dann gegeben, wenn man wirkliches Interesse daran hat. 

Warum will ich die Sprache lernen?

Du bist einfach nicht motiviert! So kannst du nichts lernen!

Egal, ob Französisch, Physik oder Fotografie – du solltest dich immer fragen, warum du das lernen möchtest. Deine Motivation wird ausschlaggebend sein, wie erfolgreich du lernst. Je mehr Willen und Lust du hast, die Sprache zu lernen, desto intensiver wirst du dich mit ihr auseinandersetzen, was den Erfolg fördert. 

Tipp: Überleg dir, warum du die Sprache lernen möchtest: Weil ein Austauschschüler in deine Klasse gekommen ist? Weil du für längere Zeit ins Ausland möchtest und vorbereitet sein möchtest? Weil du an einer Konferenz teilnehmen möchtest? Du möchtest Fachtexte lesen und verstehen? Du möchtest in der Sprache sicher kommunizieren und verhandeln können und deinen Marktwert erhöhen? 

Ich war noch nie gut in Sprachen!

Eine Sprache zu erlernen ist nicht alleine von einem einzigen Gen abhängig. 

Meine Muttersprache ist deutsch. In der Schule habe ich sechs Jahre Russisch, fünf Jahre Latein und sechs Jahre Englisch gehabt. Hab ich die Sprachen gelernt? Ja, irgendwie. Kann ich sie noch? Naja. Englisch schon, aber sicher nur, weil ich es auch täglich höre und spreche. 

Mittlerweile kann ich noch Dänisch auf recht hohem Niveau. Bin ich sprachbegabt? Wohl kaum. Ich würde mich selbst nicht als solches bezeichnen. 

Obwohl es scheint, dass es dem einen leichter fällt eine Sprache zu erlernen als dem anderen,  ist es nicht bewiesen, dass nur unsere Gene für unseren Spracherwerb entscheidend sind.

Ja, es gibt ein Gen, das großen Einfluss auf eine korrekte Sprachentwicklung hat: FoxP2. Forscher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik fanden heraus, dass FoxP2 das Längenwachstum und die Verästelung von Nervenzellen unterstützt und damit sozusagen hilft, die Nervenzellen miteinander zu verknüpfen, die für den  Spracherwerb notwendig sind. Aber es ist nicht das einzelne Gen, das für den Erfolg des Spracherwerbs verantwortlich ist. 

Die Frage ist also warum glaubst du, dass du noch nie gut in Sprachen warst?
Weil du dir Vokabeln nicht merken konntest? Weil dein Lehrer oder deine Lehrerin doof sind oder waren? Weil dir das mal jemand gesagt hat? Klingt doch eher nach einem Glaubenssatz! 

Geh nochmal zum ersten Abschnitt mit der Motivation. Warum willst du die Sprache lernen? 

Wer viele Sprachen spricht, hat gelernt Muster zu erkennen.
Jedes Hirn kann das. 

Wer eine Sprache lernt beschäftigt sich mit Grammatik und Vokabular, Aussprache und Sprachmelodie. Das Gehirn vergleicht dabei das Neue mit der schon bekannten Sprache, häufig der Muttersprache.

Eine Sprache zu lernen, die der Muttersprache sehr ähnlich ist, ist daher oft leichter und erfolgt schneller als eine Sprache, die komplett anders aufgebaut ist. Zum Beispiel haben die romanischen Sprachen zahlreiche gemeinsame oder sehr ähnliche Wörter und auch die Grammatik ist vergleichbar strukturiert. Es gibt also eine Logik, die übertragbar ist. Daraufhin bildet dein Gehirn mehr Verbindungen, also ein stärkeres Nervennetz und schon wird’s leichter – jedes Mal. 

Sprachen lernen funktioniert im Ausland am besten!

Sprache lernt man nur, wenn man der Sprache ausgesetzt ist!

Ja und nein. Ich habe Dänisch gelernt, weil ich nach Dänemark gezogen bin. Ich hätte es vermutlich nicht gelernt, wenn ich nicht täglich mit der Sprache zu tun gehabt hätte. Allerdings kommt man in Dänemark ziemlich lässig ohne oder nur mit rudimentären Dänischkenntnissen zurecht. Es ist also keine Notwendigkeit. 

Meine Motivation war allerdings recht hoch, weil ich im Kindergarten mit den Erzieherinnen und den anderen Eltern leicht kommunizieren wollte. Klar, geht auch auf Englisch. Gleichzeitig wollte ich mein Kind auch verstehen, wenn es gerade neue Wörter auf Dänisch gelernt hat. Und ehrlich, die wenigsten gestressten Eltern sprechen gerne mit anderen Eltern in einer anderern Sprache! Da steht Leichtigkeit an erster Stelle!

“Ausgesetzt sein” heißt nichts zwangsläufig, dass du in einem Land leben musst, in dem deine Zielsprache gesprochen wird. Meiner Meinung nach ist das nur Tüpfelchen auf dem i. 

Tipp: Du kannst dich selbst zu Hause deiner Zielsprache aussetzen indem du dir in der Bibliothek Bücher ausleihst, Filme in der Zielsprache ansiehst oder in den Sozialen Medien in Gruppen mit deiner Zielsprache kommunizierst. Außerdem kannst auch in deinem Alltag die Sprache einbauen: schreib Einkaufszettel oder Notizen in der anderen Sprache, stell die Spracheinstellung in deinem Telefon und/oder Computer um, lies Bedienungsanleitungen in der Zielsprache oder schreibe Tagebuch in der anderen Sprache. 

Wir lernen immer, auch im Alter. Die Fähigkeit eine Sprache zu lernen hat kein Verfallsdatum

lerngruppe aus älteren Menschen lernt eine Sprache

Die einen sagen, das mach ich, wenn ich Zeit habe, also wenn ich Rentner bin. Die anderen sagen, ich bin jetzt zu alt, das lerne ich nicht mehr. Mag sein, dass das Gehirn im Alter nicht mehr ganz so schnell ist und das Merken etwas länger dauert. Das bedeutet aber nicht, dass es gar nicht mehr geht.

Vor allem das gemeinsame Lernen einer Sprache hat im Alter eine gleichbedeutende Rolle wie der Spracherwerb selbst. Gleichzeitig profitieren ältere Menschen von ihren Erfahrungen, wie sie selbst am besten Lernen und verinnerlichen.

Natürlich ist bei älteren Menschen oft die Motivation eine ganz andere: während man als Schüler eher gezwungen ist, eine Sprache zu lernen, kann die ältere Generation motiviert die Sprache ihrer Wahl lernen und mit Geduld meistern. Möglicherweise haben sie auch die Ressourcen, um sie dann auch vor Ort anzuwenden und auszuprobieren. 

Und wieder, es ist alles eine Frage der Motivation. 

Fazit

Man lernt also am besten eine Sprache, wenn man es wirklich will und weiß warum. Erst dann entscheiden Zeit, Alter, Geduld und die passende Methode über den persönlichen Erfolg. 

Für deine ersten Schritte und dein Warum kannst du dir kostenlos meine Arbeitsmappe herunterladen. Darin kannst du in 4×3 Schritten festhalten, was deine wirkliche Motivation ist und darüber hinaus wie deine nächsten Schritte konkret aussehen, damit du erfolgreich und mit Spaß deine Zielsprache lernen kannst.

Kostenloser Download der Arbeitsmappe

Also, welche Sprache lernst du oder willst du lernen? 
Und was ist deine Motivation? 

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