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Warum du die Stärken deines Kindes fördern solltest

Faust Abklatschen

15.03.2022

“Was sind Ihre persönlichen Stärken und was sind Ihre Schwächen”? Wer schon einmal in einem Vorstellungsgespräch saß, kennt diese klassischen Fragen. Hast du dich aber schon mal bevor du eingeladen wurdest, mit deinen Stärken und Schwächen beschäftigt? Kennst du sie oder ahnst du nur? Fällt es dir leichter, deine Stärken oder deine Schwächen zu benennen?

Ich habe mich erst in den letzten fünf Jahren ernsthaft mit meinen Stärken beschäftigt. Sicherlich war ein Auslöser meine Arbeitslosigkeit. Allerdings konnte ich da meinen Misserfolg auch auf andere Dinge schieben: ich bin eine Ausländerin Dänemark, ich habe eine dänische Sprachausbildung, aber bin eben kein Muttersprachler und habe zu wenig Erfahrung auf einem anderen Gebiet als der Wissenschaft, in der ich so nicht unbedingt wieder arbeiten möchte.

Auf der Suche, wo ich mich beruflich einnischen könnte, kam die Frage: Was sind deine Stärken und Schwächen? Ehrlich, ich war so unsicher geworden, dass ich diese Frage nicht klar beantworten konnte und musste über einen Umweg von Fragen mich dem Thema nähern.

Was kann ich gut? Was mach ich gerne und mit Leichtigkeit?

  • Wo bekomme ich Lob oder Anerkennung?
  • Was mag ich überhaupt nicht? Bei welchen Aufgaben komme ich nicht in Gang oder dauert die Erledigung gefühlte Ewigkeiten?
  • Wann muss ich um Hilfe bitten? Und gleichzeitig: Fällt es mir schwer, um Hilfe zu bitten?
  • Bei welchen Themen fragen mich Menschen um Hilfe?
  • Was habe ich für Hobbys und warum mag ich sie?

Das große Aha-Erlebnis hatte ich dann als mir das Assessment von CliftonStrengths empfohlen wurde. Mit Hilfe des Tests waren meine fünf größten Stärken benannt und sie ergaben ein sinnvolles Bild, das ich so noch nie gesehen habe: Das bin ich! So bin ich! Deshalb fällt mir jenes leichter, anderes schwerer. Deshalb kann ich besser mit der Person und so gar nicht mehr dieser.

Stärken helfen bei der beruflichen Orientierung

Ich habe mich erst in den letzten fünf Jahren ernsthaft mit meinen Stärken beschäftigt. Sicherlich war ein Auslöser meine Arbeitslosigkeit. Allerdings konnte ich da meinen Misserfolg auch auf andere Dinge schieben: ich bin eine Ausländerin Dänemark, ich habe eine dänische Sprachausbildung, aber bin eben kein Muttersprachler und habe zu wenig Erfahrung auf einem anderen Gebiet als der Wissenschaft, in der ich so nicht unbedingt wieder arbeiten möchte.

Auf der Suche, wo ich mich beruflich einnischen könnte, kam die Frage: Was sind deine Stärken und Schwächen? Ehrlich, ich war so unsicher geworden, dass ich diese Frage nicht klar beantworten konnte und musste über einen Umweg von Fragen mich dem Thema nähern.

Was kann ich gut? Was mach ich gerne und mit Leichtigkeit?

  • Wo bekomme ich Lob oder Anerkennung?
  • Was mag ich überhaupt nicht? Bei welchen Aufgaben komme ich nicht in Gang oder dauert die Erledigung gefühlte Ewigkeiten?
  • Wann muss ich um Hilfe bitten? Und gleichzeitig: Fällt es mir schwer, um Hilfe zu bitten?
  • Bei welchen Themen fragen mich Menschen um Hilfe?
  • Was habe ich für Hobbys und warum mag ich sie?

Das große Aha-Erlebnis hatte ich dann als mir das Assessment von CliftonStrengths empfohlen wurde. Mit Hilfe des Tests waren meine fünf größten Stärken benannt und sie ergaben ein sinnvolles Bild, das ich so noch nie gesehen habe: Das bin ich! So bin ich! Deshalb fällt mir jenes leichter, anderes schwerer. Deshalb kann ich besser mit der Person und so gar nicht mehr dieser.


Talente schlummern in uns allen

Talent ist ein Muster an Gedanken, Gefühle und Verhalten und jedem zu eigen. Deshalb sieht, beurteilt und reagiert jeder auf äußere Reize auf seine Weise. Diese Talente haben sich im Laufe der Kindheit bis zum Erwachsenenalter entwickelt, je nachdem, wie unser Gehirn damit konfrontiert wurde und Nervenverbindungen geschaffen oder abgebaut hat. Diese Talente sind wertvolle Rohstoffe, Rohdiamanten wenn man so will und bedürfen noch der Verarbeitung, um zu glänzen.

Schwächen sind meist im Fokus

Bereits in der Schule wird einem meist klar gemacht, was man nicht (gut) kann: rechnen, Rechtschreibung, zeichnen, singen usw. Dem versucht man mit Nachhilfe und Förderunterricht entgegenzuwirken.

lehrerin schaut streng auf Fehler an Tafel

Es liegt nicht daran, dass du das nicht umsetzen kannst, sondern eher daran, dass der Lernprozess für dich länger dauert, der Fortschritt nur langsam kommt und das Ergebnis nicht überragend ist. Es entsteht Frust, weil andere das alles sofort verstehen und umsetzen.

Aber auch im späteren Berufsleben nehmen wir an Trainings und Weiterbildungen teil, die unsere Schwächen vor allem bei den Soft Skills verbessern sollen: Führungskräfteseminar, Kommunikationsworkshop und Zeitmanagementkurs. Mal ehrlich, wieviel hast du bisher davon (dauerhaft) umgesetzt?

Hier muss du verstehen, dass Fleiß und Leistungsbereitschaft fehlendes Talent nicht ausgleichen können.

Hier mal ein Beispiel von mir: Alle sagen, ich muss für mein Business unbedingt Videos drehen, weil mehr Menschen das ansehen und es in den Sozialen Medien bessere Reichweite bringt. Stimmt schon, aber ich kann nicht. Es liegt nicht an der Kamera sondern an der Anonymität. Einer meiner Stärken ist es, Bindungen einzugehen und zu erhalten. Ich möchte Menschen kennenlernen, sie verstehen und dann erst kann ich mich zeigen. Klar, kann ich so tun als säße mir meine beste Freundin gegenüber, gleichzeitig weiß ich doch auch, dass dem nicht so ist. Und heißt es nicht auch, man soll authentisch sein? Also lohnt es sich für mich nicht, in einen Videokurs zu investieren, denn das bin ich nicht und ich werde mich schwer tun, das umzusetzen.

Mit deinen Stärken wirst du glücklich

Stell dir mal vor, du würdest hauptsächlich bei deiner Arbeit das tun, was du gut kannst und dir deshalb Spaß macht? Wie gerne würdest du zur Arbeit gehen? Wie zufrieden oder glücklicher wärst du dann? Wie gestresst würdest du dich fühlen?

Untersuchungen zeigen, dass sich Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz ihre Stärken nutzen (dürfen), weniger gestresst und seltener krank sind und sich gleichzeitig stärker engagieren bzw. mit der Firma verbunden fühlen.

Und nicht nur du wirst dich besser fühlen sondern auch dein Arbeitgeber (falls du nicht dein eigener Boss bist): er/sie setzt die richtigen Leute auf der Grundlage ihrer Stärken an die richtigen Stellen. Mit Energie und Freude am Arbeitsplatz steigt die die Effizienz und die Motivation, mehr zu erreichen. Sprich, die Unterstützung und Entwicklung individueller Stärken führt zu mehr Umsatz, mehr Gewinn und höherer Mitarbeiterzufriedenheit und bindung.

Was spricht also dagegen, sich mit seinen Stärken auseinanderzusetzen?

Warum solltest du die Stärken deines Kindes fördern?

Ich glaube, die meisten Eltern wünschen sich, dass ihr Kind glücklich ist und sich ein zufriedenes, erfolgreiches und unabhängiges Leben gestalten kann. Dazu bedarf es Rüstzeug, das wir als Eltern unseren Kindern mitgeben können, unter anderem (Selbst)Vertrauen, Selbstbewusstsein und Bildung.

Dieses Rüstzeug erschaffen wir, indem wir unsere Kinder gemäß ihrer Fähigkeiten und Talente entwickeln lassen, denn wer dazu die Möglichkeit hat, ist glücklicher, zufriedener, offener, fühlt sich gehört, gesehen und verstanden, zugehörig und akzeptiert.

Eltern dürfen anderes handeln als Schule

Wenn die Schulen den Fokus zu sehr auf das richten, was die Kinder nicht können, sollten die Eltern der Gegenpol sein: die Stärken hervorheben und fördern. Mit dem Bewusstsein der eigenen Stärken, wird dein Kind verstehen, was es einzigartig macht und sein Selbstbewusstsein wird steigen.

Wenn es seine Stärken kennt und einsetzt, vergleicht es sich nicht mehr so oft mit anderen, denn es ist sich seiner Fähigkeiten sicher. Das stärkt sein Selbstvertrauen. Es fühlt sich fähig, motiviert und selbstbewusst.

Das wiederum kann durchaus auch positiven Einfluss auf das Lernen haben, nämlich sowohl auf das Lernen in der Schule mit den notwendigen Noten, als auch auf das Wie: Fragen stellen und Zusammenhänge herstellen, neues Wissen aneignen und selbständig Lösungen finden. Auch hier können Eltern fördern, indem wir Vorbild sind und uns Fragen stellen, Antworten suchen und uns sichtbar neu herausfordern.

Aus der Kombination von Talenten, Fähigkeiten (die sich trainieren lassen) und Wissen (das man sich aneignen kann) werden Stärken entwickelt, die zur Identitätsbildung und Berufsfindung beitragen.

Deshalb ist es vor allem im Teenageralter sinnvoll, die Stärken zu fördern und dein Kind auf dem Weg in die Berufswelt zu unterstützen und es gewissermaßen zu begleiten. Dabei kannst du die eine oder andere Weiche stellen, wenn du zum Beispiel, dein persönliches Netzwerk zur Verfügung stellst: “Ich kennen jemanden, der …” Denn Netzwerken ist mehr als ein Visitenkartenaustausch. Es steht für Austausch und Unterstützung, Geben und Nehmen und ist daher nicht zuletzt die Startrampe für beruflichen Erfolg.

Dein Netzwerk ist also nicht nur für deine berufliche Karriere hilfreich sondern auch für deinen Sprössling, der sich erst ein Netzwerk aufbauen muss.

Gemeinsam stärker

Ich habe auch nie bewusst ein Netzwerk aufgebaut. Das was ich habe, ist eine bunte Sammlung an Menschen. Das liegt an meinen Auslandsaufenthalten, meiner beruflichen Vielseitigkeit und meiner Unkenntnis, wie man gut netzwerkt. Dass es wichtig ist, wurde mir in den letzten Jahren auf der Suche nach einem Job bewusst. Aber erst vor einem Jahr hat mein Netzwerk für mich Früchte getragen und mir neue Arbeit vermittelt.

Ich hätte mir auch gewünscht, mir schon früher über meine Stärken bewusst gewesen zu sein. Vermutlich hätte ich mich beruflich von Anfang an anders entschieden und vor allem mich in Praktika und bei Veranstaltungen anderes orientiert. Heute weiß ich, warum ich gerne unmittelbar mit Menschen zusammenarbeite und warum mir der Slogan eines der Grundsätze des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes in meiner Zeit als Gruppenleiter im Jugendrotkreuz so gefallen hat: Wir haben viele Talente, aber nur eine Idee. Er lässt sich auf viele Gebiete anwenden und ich glaube daran, dass wir gut daran täten, sie umzusetzen.

Nun bin ich selbst Mama und erlebe, wie meine Kinder zunehmen selbständig werden. Ich sehe, was sie können, was sie lieben und frage mich, was wohl aus ihnen wird – so beruflich. Ich möchte für sie da sein und sie auf dem Weg unterstützen. Gerade bei den beruflichen Entscheidungen haben Eltern nämlich einen großen Einfluss auf ihre Kinder.

Die Essenz dieser Erfahrungen habe ich in einem Seminar verpackt. Zusammen mit meinem Freund und Kollegen, Stephan Reiter von Erfolgsreiter, möchten wir Eltern ermutigen, mit ihrem Sprössling in Verbindung zu gehen, etwas über dessen Stärken zu erfahren, zu lernen, wie sie durch strategisches netzwerken diese Stärken fördern können, und welche Rolle Lernen und Wissen dabei spielt. Sie können Fluglotsen für den angehenden “Piloten” werden, der sein Ziel allein bestimmt.

Kind mit Super-Held-Umhang auf den Schultern des Vaters, beide mit "ich bin stark" - Fäusten

Noch mehr Informationen und wann und wo das nächste “Gemeinsam stärker”-Wochenendseminar stattfindet, kannst du hier finden. Dort kannst du dich auf die Warteliste schreiben

Schwächen dürfen sein

Bitte versteh das hier nicht falsch.

Es geht mir nicht darum, immer nur die Stärken zu sehen. Wenn es in der Schule nicht läuft und dein Kind nicht mitkommt, dann ist Nachhilfe oder Förderunterricht sicher ein guter Weg, um den Anschluss nicht zu verpassen. Gleichzeitig dürfen Eltern sich ein wenig zurücknehmen und nicht erwarten, dass ihr Kind in allem zur gleichen Zeit gut ist.

Ich befürworte nur einen anderen Blick auf die Dinge.

Weiterbildung und vor allem auch Schulbildung ist wichtig und ich bin auch der Meinung, dass ein Großteil des Wissens sinnvoll ist. Denn Wissen ist die Grundlage neuen Wissens. Fakten und Erfahrungen werden im Gehirn immer wieder neu geknüpft, doch wenn dieses Wissen nicht vorhanden ist, kann nichts verknüpft werden. Leider wird dieses Wissen in den wenigsten Schulen gehirngerecht gelernt, sprich so, dass es dauerhaft gespeichert bleibt.

Und ja, wir sollten auch unsere Schwächen kennen. Wir können uns jedoch fragen, wer sie überhaupt als Schwäche wertet und warum? Will ich diese Kriterien akzeptieren und wenn ja, was bedeutet das dann? Was mache ich mit meinen Schwächen?

Auf jeden Fall sind sie keine Fehler sondern die Möglichkeit an uns zu arbeiten, wenn wir das wollen und nicht andere. Allerdings sollte das meiner Meinung nach nicht der Schwerpunkt in der Kindheit sein, denn damit fördern wir kein Selbstbewusstsein und vor allem leidet darunter die Entwicklung der Stärken.

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Ich sitze gerade im Zug und versuche einen Blogartikel zu schreiben. Gar nicht so einfach, wenn so...

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