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Mit Geschichten (merken) lernen

Frauen erzählen sich Geschichten

26.09.2021

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Kleine Kinder wollen immer Geschichten hören, oftmals immer die gleiche. Aber auch Erwachsene hören gerne Geschichten, die von Erwachsenen erzählt werden: über Kinder, den Arbeitskollegen, den Nachbarn, beim Einkaufen, in Bus und Bahn und in der Werbung.

Diese Geschichten helfen uns, unsere Identität zu verstehen und zu vermitteln: wer bin ich, was gehört zu mir, wie denke ich. Das können wir am Besten indem wir erzählen was wir tun bzw. getan haben. Hier fließt eine Menge Information über uns selbst ein.

Oft reicht schon ein Stichwort und wir “erleben” eine Geschichte n eu während wir sie erzählen. Zum Beispiel erzählt meine Mama beim Stichwort “Pilze” zu gerne die Geschichte, wie ich als 4jährige meine ersten Pfifferlinge gefunden habe. Sie beschreibt, wie ich mit meinen kleinen Fingern vorsichtig die Pilze von Laub und Gras befreit habe, um sie dann vorsichtig auszubuddeln.

Es sind Geschichten aus der Vergangenheit oder der Gegenwart, die wir tagtäglich erleben oder erlebt haben. Geschichten, die im Grunde vom Leben handeln: von Kindern, Liebe, Tod, Eltern, Arbeit usw. Sie beginnen oft so: “Du glaubst gar nicht, was mir gestern passiert ist …” oder “Bei meinem letzten Arbeitgeber …” oder “Als ich 15 war …”

Geschichten sind mehr als Unterhaltung

Geschichten zu erzählen bedeutet nicht nur, andere zu unterhalten und Inhalte weiterzugeben. Nein, wir versuchen damit auch eine emotionale Verbindung zum Zuhörern herzustellen. Wir möchten erfahren, was er denkt und fühlt und erfahren so etwas über die soziale Bindung zu dieser Person.

Geschichten haben allerdings auch einen Einfluss auf uns selbst. Denn wir reflektieren dabei unser Handeln und unsere Entscheidungen. Dadurch lernen wir mehr über uns und im Allgemeinen und über das Leben.

Geschichten als Lernquelle

Als es noch keine Schrift gab, wurden Informationen mündlich weitergegeben. Mit der Entwicklung der Schrift konnte der Informationsaustausch erweitert werden. Vor allem konnten mehr Informationen festgehalten werden und sie bekamen eine Art “Echtheit” oder “Richtigkeit” wenn man so will.

Nichtsdestotrotz können wir uns Geschichten, die wir hören besser merken als solche, die wir lesen. Wie gut wir sie uns merken, hängt davon ab, wie der Erzähler sie erzählt und “verpackt”. Je lebendiger sie erzählt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu behalten und sich daran zu erinnern.

Lernen mit der Geschichtentechnik

Genau deshalb können Geschichten auch bewusst zum Erinnern von Fakten verwendet werden. Mit der sogenannte Geschichtentechnik kannst du dir, ohne große Mühe und Vorkenntnisse in Gedächtnistechniken, Fakten in einer bestimmten Reihenfolge merken. Vor allem jüngere Kinder mögen diese Technik, weil sie ihre kindliche Fantasie ganz einfach und ohne viel Nachdenken einsetzen können.

Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch Erwachsene die Technik einsetzen können. Auch wenn diese oft behaupten, sie hätten keine Fantasie. Ganz ehrlich, das glaub ich nicht. Sie ist höchstens etwas eingestaubt.

Wenn du dir anhand von Geschichten etwas merken möchtest, dann sind hier meine Tipps, wie du dabei vorgehen solltest:

  • Mach die Geschichte nicht länger als nötig!
  • Verwende nur einen Begriff pro Satz!
  • Versuche in jedem Satz einen Begriff unterzubringen!
  • Benutze viele Sinne, Emotionen, Übertreibungen usw. Mehr dazu findest du in meinen kostenlosen Visualisierungstipps!
  • Die Geschichte muss kein klassisches Ende haben.
  • Der Inhalt sollte wie ein Film vor deinem geistigen Auge ablaufen.
  • Hier ist alles erlaubt! Es gilt das Motto: Er/Sie hat eine blühende Fantasie”!

Wie zum Beispiel in dieser Geschichte hier:

Ein Adler setzte sich auf eine niedrige Mauer. Er merkte, dass ihm bald die Füße weh taten, weil die Mauer eher hart war. Nun nahm er ein paar Kiesel in den Schnabel. Auf der anderen Seite entdeckte er nämlich einen Brandt, den er damit löschen wollte. Der Schmied hatte versucht mit Kohl(köpfen) zu löschen. Er versuchte es auch mit Schrot, wurde dabei aber immer röter. Dann merkte er wie sein Ferkel in die Flammen spuckte….

Erkennst du worum es geht? Hast du die Fakten erkannt? Die Auflösung gibt es am Ende des Artikels.

Storycubes ausgebreitet


Viele tun sich am Anfang schwer, “loszulassen” und merkwürdige Dinge zu erzählen. Das ist vollkommen ok, denn unrealistische Ideen sind ein bißchen wider unserer Natur.

Wenn du etwas Übung brauchst, empfehle ich dir “Rory’s Story Cubes”.* In diesem Spiel gibt es neun Würfel mit jeweils sechs Motiven wie Blume, Tipi, Schaf, Haus und Buch. Damit kannst du super deine Kreativität einsetzen und das Geschichtenerzählen trainieren, allein oder zu zweit oder in einer Gruppe. Meine Kinder (8 und 12 Jahre) lieben es und erfinden damit die merkwürdigsten Geschichten.

Geschichten sind in jeder Hinsicht wertvoll

Egal ob du Geschichten erfindest oder erzählst, ob du dir damit Lernstoff merkst oder du andere damit unterhalten möchtest, Fakt ist, dass Geschichten eine große Bedeutung für uns haben und egal für welches Alter wertvoll sind, denn sie regen die Fantasie an, fördern Kommunikation, erweitern den Wortschatz, schaffen Verbindung und gegenseitiges Verständnis und wecken Gefühle. Also kein Grund sich zurückzuhalten.

PS: Die Geschichte zählt die deutschen Bundeskanzler seit 1949 auf: Adenauer (Adler + Mauer), Erhardt (eher + hart), Kiesinger (Kies), Brandt (Brand), Schmidt (Schmied), Kohl (Kohl), Schröder (Schrot + röter), Merkel (merken + Ferkel). Bald musst du dann selbst noch die Geschichte ergänzen – entweder mit Laschet, Baerbock oder Scholz.

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